Interactive Media Systems, TU Vienna

Bhutan: Fortress of the Gods

Research Project.

Keywords: Web, Content Management, Database, Lookmarks, Virtual Exhibition.

About this Project

Mit der virtuellen Ausstellung Bhutan: Festung der Götter wurde ein bisher einzigartiges, preisgekröntes Projekt verwirklicht, in dem neue Wege im technischen und gestalterischen Bereich eine Auseinandersetzung mit geisteswissenschaftlichen Inhalten in neuer Form erlauben: Komplexe Vernetzungen kultureller Erscheinungen werden als solche dargestellt und ermöglichen eine neue Sichtweise des musealen Gegenstandes. Ziel des Projektes war sowohl die Entwicklung einer funktionstüchtigen Website, die - über den üblichen Status eines Forschungsprototyps hinaus - allen Anforderungen an ein Produktionssystems gewachsen ist, als auch die Untersuchung innovativer Hypermedien zur Gestaltung virtueller Ausstellungen im Allgemeinen.

Project Partners

Vienna Museum of Ethnology

Additional Information

Best Overall Museum Website 2001

Im Rahmen der internationalen Konferenz Museum And The Web 2001 in Seattle, Washington wurde Bhutan: Festung der Götter von der anwesenden Fachjury zur weltweit besten Museumswebsite gewählt:

In diesem Zusammenhang wurden die beiden nachfolgend angeführten Papers im Web veröffentlicht, die sowohl das Projekt selbst als auch das entwickelte Framework im Detail beschreiben.

Aufbau der Ausstellung

Die Gestaltungsmöglichkeiten der Hypermediaanwendung mit komplexen Vernetzungen, der Integration von Ton, Video, Animationen und Panoramas erlauben eine neuartige Darstellung des Objektes in seinem kulturellen Kontext und das Erkennen der Bedeutung eines Gegenstandes in mehreren Sinnbereichen einer Kultur. Die so hergestellten Verbindungen zwischen auf den ersten Blick nicht in inhaltlichem Zusammenhang stehenden Bereichen Religion und Politik bieten dem Besucher Überraschungen, die zum Weiterforschen anregen und komplexe Zusammenhänge verdeutlichen bzw. erstmalig erkennen lassen. Neben der virtuellen Ausstellung der Kultur Bhutans wird auch die Umsetzung der realen Ausstellung in mehreren Ländern Europas dargestellt. Der Besucher kann auf diese Weise verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten ein und derselben Ausstellung vergleichen.

Der Aufbau der virtuellen Ausstellung geht von einem zentralen Objekt aus, das über die gesamte Installation zentrales Element und Referenzpunkt bildet. Der Weg durch die virtuelle Ausstellung beginnt bei einem bhutanischen Altar mit religiösen Statuen. Jede der dargestellten Gottheiten oder religiösen Persönlichkeiten steht für einen bestimmten Aspekt der Kultur. Von den Hauptfiguren des Altars ausgehend führen mehrere Erzählstränge durch Religion, Geschichte, staatliche Organisation, ethnische Vielfalt und Alltagskultur Bhutans. Diese Themen werden jedoch nicht isoliert voneinander dargestellt, sondern sind mehrfach miteinander verknüpft. Da jedes Objekt in verschiedenen Kontexten eine spezifische Bedeutung erhält, führen von einem Objekt Links von einem Erzählstrang zu einem anderen. Videos und Feldphotographien zeigen den musealen Gegenstand in seiner Verwendung im sowohl alltäglichen als auch rituellen Handeln der Bhutaner.

Forschungsaspekte

Als Forschungsaspekte im Projekt waren primär der Themenbereich Hypermedia- Entwicklungsprozeß und -Entwicklungstechnik vorgesehen. In der Praxis hat das Primärziel der Entwicklung einer funktionstüchtigen Website, die - über den üblichen Status eines Forschungsprototyps hinaus - allen Anforderungen an ein Produktionssystems gewachsen sein sollte, dazu geführt, das technische Experimente im Wesentlichen auf die Projekteingangsphase bzw. auf die begleitende Entwicklung von Prototypen ausgerichtet waren.

Wichtige neue Einsichten konnten auf Ebene des Entwicklungsprozesses und der explorativen Prototypen, wie Datenbankeditierschnittstelle und die Visualisierung von Bookmarks (sogenannten Lookmarks), gewonnen werden. Lookmarks sind Thumbnails existierender Webseiten, die in einem dreidimensionalem Raum wie Dokumente auf einem realen Schreibtisch angeordnet werden können. Der Benutzer bestimmt dabei die Auswahl der Webseiten, ihre Anordnung im Raum und ihre Gruppierung. Gruppierungen beschreiben einen inhaltlichen Zusammenhang, der durch eine frei zu vergebende Bezeichnung festgehalten werden kann. Eine Seite kann dabei in mehrere Kontexte eingeordnet werden. Die Anordnung in der räumlichen Tiefe reflektiert eine individuelle Rangordnung der Dokumente. Ein weiterer Vorteil ist die einfachere Wiedererkennung. Ohne den Raum zu überladen, ist es bei diesem Konzept möglich, eine große Anzahl an Dokumenten abzubilden. Der Benutzer kann jederzeit einzelne Seiten hinzufügen, entfernen und verschieben.

Projektstatistik

Am Projekt haben 16 Personen mitgewirkt (ohne Berücksichtigung studentischer Arbeit im Rahmen von Lehrveranstaltungen). Der Umfang der Bhutan-Ausstellung in der Master-Version umfaßt 268 aus über 1600 Textbausteinen generierte Seiten, mehr als 500 Bilder, 13 Videosequenzen in je 2 Auflösungen und je 3 Player-Formaten, 14 Audiosequenzen integriert in Videos oder Animationen, 7 Audiosequenzen und 20 Panoramas mit Hotspots. Insgesamt umfaßt die Master-Version ca. 10.000 Dateien (inklusive Bilder, generierter Navigationselemente, Referenzeinträgen, Content-Bausteinen, Makros, Scripts etc.).

Durchführung

Das Projekt wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur von 1. Oktober 1999 bis 30. September 2000 durchgeführt. Mit der Durchführung des Projektes war das Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien betraut. Während der Laufzeit des Projektes haben jedoch Christian Breiteneder (nun Institut für Softwaretechnik an der Technischen Universität) und Martin Hitz (nun Institut für Informatik-Systeme an der Universität Klagenfurt) neue Aufgaben übernommen. Gegen Ende wurde das Projekt damit zu einer interuniversitären Aufgabe.

Project Website

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